Magazin>
Klaus Markert

„Mitarbeiter wünschen sich dezidiert Ankäufe für die Sammlung im Unternehmen.“

September 2013

Klaus Markert

Beirat und Gesellschafter der Markert Gruppe, Hamburg

Kunst im Unternehmen – wie passt das aus Ihrer Sicht zusammen?

Unternehmen sind auf Kreativität angewiesen. Einer der kreativsten gesellschaftlichen Bereiche ist die Kunst. Unternehmen profitieren von den Kreativitätspotenzialen der Künstler.

Welchen Stellenwert hat Kunst in Ihrem Unternehmen? 

Wir wollen mit der Auseinandersetzung über Kunst unseren Mitarbeitern den Gesichtskreis erweitern. Mittlerweile gibt es innerhalb des Unternehmens anregende Auseinandersetzungen und Diskussionen zur ausgestellten Kunst im Kunstforum Markert Gruppe. Mitarbeiter wünschen sich dezidiert Ankäufe für die Sammlung im Unternehmen.

Seit wann gibt es das Kunstforum Markert Gruppe, wie kam es zu dessen Gründung?

Unsere Kunst- und Künstlerförderung besteht bereits seit über 30 Jahren. Die Unternehmensleitung hatte sich schon früh entschlossen, tatkräftig und direkt Künstler zu unterstützen. Das Kunstforum Markert Gruppe wurde 2006 in den Räumen in Hamburg-Hamm eröffnet und bietet bildenden Künstlern auf verschiedene Weise Förderungen an. 

Welche Herangehensweise gibt es bei der Auswahl der ausgestellten Künstler? 

Seit 2010 haben wir in der Person von Claus Friede einen künstlerischen Leiter, der die Ausstellungen kuratiert und die Auswahl vornimmt. Schwerpunkte sind Malerei und Zeichnung sowie Skulpturen und Objekte.

Wie ließ sich Ihre Passion als Maler mit Ihrer langjährigen unternehmerischen Führungsaufgabe vereinbaren? 

Beide Tätigkeiten, die unternehmerische wie auch die künstlerische Arbeit, hatten ihren Platz, einen inneren Kampf gab es allerdings nicht. Ich kann beides gut miteinander vereinbaren. Meine berufliche Präferenz lag im Unternehmen, weil ich kein klassischer Künstler werden wollte. 

Kaufen Sie stets etwas an von den ausgestellten Künstlern?

Meistens kauft die Markert Gruppe ein Werk aus der jeweiligen Ausstellung im Kunstforum für die eigene Sammlung, das dann im Unternehmen permanent gezeigt wird – aber nicht immer.

Ihr erklärtes Ziel ist es, die Kunst auch Ihren Mitarbeitern näherzubringen. Wie gehen Sie dabei vor, und wie reagieren die Mitarbeiter darauf?

Grundsätzlich steht jedem unserer Mitarbeiter die Wahl frei, sich mit Kunst zu beschäftigen. Wir laden alle Mitarbeiter zu unseren Ausstellungen und Sonderveranstaltungen ein, die Werke im Unternehmen sind für jeden zugänglich. Die Reaktionen sind natürlich unterschiedlich, nicht alle haben Interesse, aber viele. Da Kunst immer kontrovers diskutiert werden kann, ist das auch in unserem Unternehmen nicht anders – und gut so.   

Hat Ihr Kunstengagement auch Auswirkungen auf Ihre Kundenbeziehungen? 

Das Kunstengagement hat keine messbaren Auswirkungen auf unsere Kundenbeziehungen. Wir versenden allerdings auch an Kunden Kataloghefte und Einladungen zu den Ausstellungen.
Die Kommunikation zur künstlerischen Fördertätigkeit richtet sich primär intern an die Mitarbeiter des Unternehmens. Wir freuen uns aber über Reaktionen unserer Kunden ebenso.
Die Aufmerksamkeit für unsere Aktivitäten ist in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit in Hamburg stark gestiegen.

Was braucht es, um das Engagement für Kunst und Kultur nachhaltig in einem Unternehmen zu verankern: strategisch festgelegte Richtlinien oder eher einzelne Führungspersonen, die sich mit Leidenschaft der Kunst und Kultur verschrieben haben? 

Eine Firmenphilosophie existiert bei der Markert Gruppe, in dieser wird allerdings nicht die Kunst erwähnt. Ein guter Hinweis, dies in Zukunft anzugehen. Kunst ist für uns in jedem Fall ein fester Unternehmensbestandteil und es wird von uns zur Zeit diskutiert, in welcher Form dieser auf lange Sicht weitertransportiert werden kann.

Hat Kunst im Unternehmen wirklich das Zeug dazu, die „Kultur“ eines Unternehmens mitzuprägen oder ist sie damit nicht womöglich überfordert?

Eine Überforderung sehe ich nicht. Kunst hat das Zeug, eine Unternehmenskultur mitzuprägen, insbesondere dann, wenn sie langfristig und auch in Krisenzeiten Bestandteil ist. Kunst und Innovation gehören zusammen wie auch Unternehmen und Innovation.

Was können Unternehmen von Künstlern lernen? Und was können Künstler von Unternehmen lernen? 

Unternehmen können viel von Künstlern lernen: neben dem Variantenreichtum in der Ideenumsetzung auch unkonventionelles Denken. Im Gegenzug können Künstler etwas über unternehmerische Strukturen erfahren, betriebswirtschaftliches Know-How erhalten sowie den Umgang mit Sponsoren und Förderern erlernen. 

Sie sind Teilnehmer bei „add art“ und stellen Werke des taiwanischen Künstlers Yahon Chang aus. Was macht den Künstler interessant?

Die Ausstellung „Wesen und Antlitz“ des taiwanischen Künstlers Yahon Chang ist eine Besonderheit, denn die Werke waren bislang noch nicht in Hamburg zu sehen. Chang gehört überdies zu den namhaften Kalligraphen Chinas, was sich auch in seiner zeitgenössischen Malerei niederschlägt.

Weitere Beiträge aus unserem Magazin

Newsletter

Melden Sie sich für den add art Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Informationen zu unseren Veranstaltungen!

Cookie-Einstellungen

Bitte wählen Sie aus, welchen Cookie-Kategorien Sie zustimmen möchten.