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Katrine Buksted

„Ich lasse meinen Arbeiten die Freiheit, sich bis zu einem gewissen Grad zu verselbstständigen.“

April 2024

Katrine Buksted

Künstlerin, Preisträgerin des Jurypreises des add art Award für Nachwuchskunst 2023

Was hat der Preis für Dich bedeutet?

Der Förderpreis war eine sehr schöne Anerkennung meiner Arbeit. Er hat mich sehr motiviert und mir dabei geholfen, noch mehr Selbstvertrauen in mich und meine Arbeit zu entwickeln.

Wofür hast Du das Förderpreisgeld eingesetzt?

Das Förderpreisgeld habe ich bis jetzt vor allem für Materialkosten eingesetzt. Da ich aktuell auf Ölmalerei umsteige, kommt da einiges zusammen. Außerdem gibt mir das Preisgeld nun die Freiheit, neben dem Studium weniger zu arbeiten und mich mehr auf das künstlerische Arbeiten zu konzentrieren.

Woher beziehst Du Deine Inspiration?

Meine Inspiration kommt vor allem durch aufmerksames Beobachten. Gerade in sehr mondänen Situationen finde ich oft spannende Details. Alte Familienfotos finde ich auch immer wieder anregend für Kompositionen, die ich dann in einen neuen Kontext setzen kann. Darüber hinaus sind Ausstellungsbesuche oft sehr inspirierend.

Welche Rolle spielt Dein biografischer Hintergrund in Deinen Arbeiten?

Mein biografischer Hintergrund spielt eine große Rolle für mich. In den meisten Fällen brauche ich eine Art autobiografische Erzählung in meinem Arbeitsprozess. Diese ist zwar oft nur ein Ausgangspunkt, von dem aus ich versuche, diese Erzählung in einen größeren Rahmen einzuordnen. Darüber hinaus bringe ich auch verschiedene, mir fremde Einflüsse in die Bilder ein. Manchmal geht es mir um genau das, was ich in meiner eigenen Biografie nicht finden kann, und ich versuche, mich diesem Abwesenden in der Malerei anzunähern.

Wie gestaltet sich Dein Weg zum Gelingen einer Arbeit?

Der Weg ist nie der Gleiche. Ich habe am meisten Spaß am Arbeiten, wenn ich mit einer Idee anfange, die mir zufällig kommt oder die sich in eine Thematik einreiht, die mich aktuell beschäftigt, und ich gleichzeitig bewusst offenlasse, wie das fertige Bild sein soll. Für mich ist es wichtig, meinen Arbeiten und Erzählungen die Freiheit zu lassen, sich bis zu einem gewissen Grad zu verselbstständigen. So ist der Prozess für mich am spannendsten.

Darf auch mal etwas anders als gedacht laufen?

Da ich ohne konkrete Vorstellung vom Ergebnis in ein Bild einsteige, kommt es manchmal zu „Problemen“ während des Arbeitens. Und obwohl es ab und zu erholsam ist, wenn ein Bild sich quasi von allein malt und erzählt, finde ich den Prozess am Ende umso erfüllender, wenn ich auf dem Weg zum Ziel auch etwas leiden musste. Das fertige Bild profitiert auch von einem kleinen „Kampf“ mit der Leinwand, denn dieser hat immer etwas damit zu tun, dass man nach neuen Lösungen sucht und nicht nur in seiner Komfortzone bleibt.

Wie geht es Dir, wenn eine Arbeit abgeschlossen ist?

Meistens sehr gut. Manchmal braucht es aber erst ein bisschen Abstand, um den Abschluss wirklich verinnerlichen zu können.

Wie geht es Dir, wenn eine Arbeit verkauft wird?

Es ist ein gutes Gefühl, eine Arbeit zu verkaufen. Es ist zwar merkwürdig, sich von einem Bild zu trennen, aber es ist schön, zu wissen, dass es jetzt bei jemandem ist, der etwas darin gesehen hat.

Woran arbeitest Du zurzeit?

Aktuell versuche ich, zu experimentieren. Thematisch beschäftige ich mich weiterhin vor allem mit Zwischenmenschlichem und meinen inneren Vorgängen.

Von welchem Vorhaben träumst Du?

Wenn ich die komplette Freiheit hätte, das zu tun, was ich wollte, wünschte ich mir alle Zeit der Welt, um zu malen. Wahrscheinlich würde ich mich dann noch freier fühlen beim Arbeiten und hätte mehr Mut zur Hässlichkeit. Außerdem sehe ich mich in diesem Szenario in einem großen Gemeinschaftsatelier im Grünen, zusammen mit den tollen Menschen, mit denen ich auch jetzt zusammenarbeite.

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